27.04.2020

Trotz alledem

Wir versuchen ein RLP-Online-Festival zum Ende des laufenden Schuljahres mit den bereits angemeldeten Spielgruppen (siehe weiter unten!)

Wir bieten zusammen mit dem BVTS eine „Digitale Bühne“ und einen „Digitalen Probenraum“. Der folgende Link erklärt, was darunter zu verstehen ist: SDL 20.2.0 (002).

Die Digitale Bühne ist bundesweit für die Gruppen reserviert, welche sich für das SDL 2020 vorbereitet haben, aber wegen der Pandemie in ihrer Bewerbung gestoppt wurden. Gruppen, die dieses Angebot wahrnehmen wollen, sollten sich bis Schuljahresende bei Tonio Kempf melden. Sie können ihre Beiträge bis zum 18.09.2020 über ihn einstellen lassen. Alle Beiträge werden vom 20.-25.09.2020 zu sehen sein und im Blog der SDL-Homepage feedbacks erhalten.

Der Digitale Probenraum steht bundesweit allen schulischen Spielgruppen (Theater-AG oder DS-Kurs) zunächst ohne zeitliches Limit zur Verfügung. Beiträge hierfür bitte ebenfalls an Tonio Kempf senden.

Die dadurch entstehende SDL-Plattform wird einen Übergang zum SDL 2021 in Ulm mit dem Thema „Theater und Digitalität“ herstellen.

Für 2022 nehmen wir in Rheinland-Pfalz einen neuen Anlauf zu einem SDL in Ingelheim unter dem bis dahin um viele Aspekte erweiterten Thema „global.lokal“.

06.04.2020

Das SDL*20 wurde abgesagt!

Aufgrund der anhaltenden und in ihrem weiteren Verlauf kaum vorhersehbaren Corona-Pandemie, die eine globale gesundheitliche Gefahr darstellt und bundesweit u.a. zu massiven Störungen des Unterrichts sowie der Probenbedingungen für Spielgruppen geführt hat – und weiterhin führen wird – wurde das SDL 2020 in Ingelheim/Rheinland-Pfalz am 06.04.2020 abgesagt.

Dieser Beschluss wurde einvernehmlich vom Bundesverband (BVTS), dem Landesverband (LV.TS) RLP und dem Ministerium für Bildung RLP getroffen.

Alle Vorbereitenden bedauern diese Entwicklung sehr, halten die Absage aber für unausweichlich und richtig.

Hier die Stellungnahme des Bundesverbands:

Der Vorstand des BVTS hat in Absprache mit dem Landesverband Theater in Schulen in Rheinland-Pfalz und dem Ministerium für Bildung in Mainz das Schultheater der Länder 2020 in Rheinland-Pfalz/Ingelheim abgesagt. Wir bitten alle Betroffenen und an der Veranstaltung Interessierten um Nachsicht und Verständnis für die besondere Situation, deren Entwicklung ja tagtäglich in den Medien verfolgt werden kann. Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen, nach sorgfältiger Prüfung und unter Berücksichtigung wissenschaftlicher sowie rahmenbedingender Argumente entschieden, die Vorbereitung der Veranstaltung zu beenden.

Wir drücken unser großes Bedauern aus, wissend, wie viele Kolleginnen und Kollegen sowie Schülerinnen und Schüler sich auf den Weg gemacht haben, ihre Stücke zum Thema „global.lokal“ zu entwickeln und wie sehr das Vorbereitungsteam in Ingelheim damit beschäftigt war, die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Festival zu schaffen. Dafür danken wir allen Beteiligten sehr! Wir hoffen, dass es gerade auch vor dem Hintergrund des so aktuell gewordenen Themas, möglich sein wird, das Schultheater der Länder in Rheinland-Pfalz in einem der folgenden Jahre durchführen zu können.

Im Namen des Vorstands des BVTS

Ulrike Mönch-Heinz
(Vorstandsvorsitzende in der Doppelspitze mit Tonio Kempf)

Hier gehts zur speziellen SDL-Homepage

Trotz alledem: Wir versuchen ein RLP-Online-Festival zum Ende des laufenden Schuljahres mit den bereits angemeldeten Spielgruppen.

Wir freuen uns, dass sich zehn Gruppen (!) – sechs Theater-AG-Gruppen und vier DS-Kurse –  zum Landeswettbewerb und damit zum SDL 2020 – angemeldet hatten und möchten diesen Gruppen nun, nach Absage des SDL 2020, auf unserer Homepage eine Plattform anbieten, durch die sie ihre Produktionen gegenseitig sehen/hören und auch von möglichst vielen anderen online erlebt werden können. In Verbindung mit der SDL-Website werden feedbacks über den dortigen Blog möglich sein.

Übersicht zu den angemeldeten Gruppen

Das Thema „global.lokal“ hat durch die gegenwärtige Corona-Pandemie einen rasanten Bedeutungszuwachs erhalten. Ein lokal vom Tier auf den Menschen übertragenes Virus hat sich mit lokalen Hotspots vielfacher Infizierungen über den gesamten Globus verbreitet. Globale Abhängigkeiten und lokale Defizite haben sich auf schmerzhafte und für viele Menschen tödliche Weise gezeigt. Zugleich ist aber auch die Notwendigkeit globaler Hilfeleistungen und Absprachen in Politik, Wissenschaft und Wirrtschaft deutlich geworden. Auf lokaler Ebene haben sich Solidargemeinschaften gebildet, die vor der Krise kaum denkbar gewesen wären. Gesellschaftliche Kontraste haben sich verstärkt, zu Unrecht vernachlässigte und gering entlohnte Arbeitsbereiche wurden als systemrelevant erkennbar.

Was schon vor der Pandemie deutlich war, dass fast alle Bereiche unseres Zusammenlebens eine globale Dimension haben, zeigt sich in der Pandemie wie unter einem Vergrößerungsglas. Die weltweiten Verflechtungen von Geld-, Waren- und Arbeitsmärkten haben weitreichende Folgen für die Arbeitswelt und das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten.

Dass die Welt zusammenwächst und gleichermaßen schrumpft, spiegelt sich im Theater des 21. Jahrhunderts deutlich wider. Globalisierung ist ein Themenschwerpunkt des deutschsprachigen Theaters der Gegenwart. Zugleich bringt es eine vielfältige ästhetische Formensprache mit sich, die den neuen Inhalten gerecht werden will.

Der Kontext Schule bleibt von dieser globalen Entwicklung nicht unberührt. Ein Denken in globalen Zusammenhängen ist hier notwendig, um das eigene Leben und die Beziehung zu anderen Menschen, insbesondere zu Mitschülerinnen und Mitschülern, in Respekt, Gleichberechtigung und friedlicher Verständigung zu gestalten. In der multikulturellen Zusammensetzung vieler Schulklassen liegt die große Chance, sich auf die Suche nach Verbindendem oder vermeintlich Fremdem zu begeben, Unsicherheiten und Ängste zu ergründen, um sie im spielerischen Prozess zu hinterfragen und mit ihnen gestalterisch überzeugend umzugehen.

Das Thema „global.lokal“ gibt den Rahmen für einen Landeswettbewerb vor, mit dem der LV.TS Spielleiter*innen und Schüler*innen herzlich eingeladen hat mitzumachen, mit zu forschen und gemeinsam auf die Suche theatraler Inszenierungsmöglichkeiten zu gehen.

Gefragt waren Theaterproduktionen aus allen Schulformen und Schulstufen, die sich mit dem Phänomen der Globalisierung und ihren lokalen Auswirkungen auseinandersetzen, sie im spielerischen Prozess hinterfragen und mit ihnen gestalterisch überzeugend umgehen.